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06. 2014

580-Tonnen-Last in der brütenden Hitze

Eine Transportherausforderung der besonderen Art meisterte das türkische Unternehmen Hareket Heavy Lifting&Project Transportation GmbH aus Samandira mit Hilfe von innovativem Transportequipment der Goldhofer Aktiengesellschaft. Für den 176 km langen Transport eines 580 Tonnen schweren Gasdruckkessels zu einer Bergmine setzte Hareket, einer der bedeutendsten Transportlogistiker in der Türkei, 22 Achsen des selbstfahrenden Goldhofer-Schwerlastmodulsystems mit elektronischem Lenkprogramm vom Typ PST/SL-E ein. Aufgrund des 7 m breiten Kesseldurchmessers und der engen Straßenführung entschied das Transportteam von Hareket eine so genannte Split-Kombination (1+1/2) einzusetzen. Das besondere ist hierbei, dass sich die Schwerlast-Module in der Längsachse zur besseren Lastverteilung teilen lassen. Diese Möglichkeit bieten nur wenige Hersteller solcher Module an. An der 22achsigen Kombination sorgten zwei Powerpacks mit jeweils 490 PS für den notwendigen Antrieb.

Die Transportstrecke vom Hafen in Izmir zum Zielort, der Bergmine Zorlu Meta Nikel in Manisa im Landesinneren, hatte es in sich. Denn insgesamt mussten mit dem ca. 35 m langen und 8 m hohen Koloss elf Brücken überfahren werden. Auf den letzten 40 km ging es dann in die Bergetappe, mit Serpentinen, besonders engen Kurven und Steigungen von bis zu 12 %. Um ans Ziel zu gelangen, mussten die Transportspezialisten von Hareket nicht nur 250 Strom- und Telefonkabel anheben und 16 Ampelanlagen abmontieren, sondern auch zwei Fußgängerbrücken ab- und anschließend wieder aufbauen.

„Bereits die Ausfahrt aus dem Hafen in Izmir war eine Herausforderung, denn es war sehr eng und wir hatten kaum Platz. Hier konnten wir die hervorragende Manövrierfähigkeit der Goldhofer-Selbstfahrer bereits voll ausnutzen“, sagt Samet Gürsut, Operation Manager von Hareket. Die von zwei 490 PS Powerpacks angetriebenen Selbstfahrer von Goldhofer ermöglichten ein optimales Handling auf engstem Raum. „Wirklich toll, dass man mit dem PST/SL-E schwerste Güter vom Stand weg in jede Richtung bewegen kann, ohne rangieren zu müssen“, so Gürsut.

Die Selbstfahrer der Typenreihe PST/SL-E sind mit einer elektronischen Vielweglenkung mit einem Lenkeinschlag von +/- 135° ausgerüstet. Neben einer Auswahl von Standard-Lenkprogrammen wie Normalfahrt, Querfahrt 90°, Diagonalfahrt und Karussellfahrt stehen noch weitere Sonderlenkprogramme zur Verfügung, die über Tastendruck auf der Fernbedienung ausgewählt werden können.

Da  man in der Türkei mit Schwertransporten mit einem Gesamtgewicht von über 150 Tonnen keine Brücken überfahren darf, mussten an elf Brücken temporäre Überführungen über den Fluss gebaut werden, damit dieser überquert werden konnte. „Das war ein pausenloses Auf- und Abbauen. Kaum waren wir drüber, wurde die jeweilige Überführung abgebaut und an der nächsten Brücke wieder aufgebaut“, erklärt Gürsut.

Eine große Belastung für das Projektteam waren auch die hohen Temperaturen von bis zu 35° Celsius. Um der größten Hitze zu entgehen, startete der Transport täglich bereits um 4.30 Uhr am Morgen und dauerte meist nur bis 12.00 Uhr mittags. Das aus gutem Grund: Die Transportgeschwindigkeit variierte zwischen 1 km/h und 4 km/h, die Mitarbeiter legten die 176 km lange Strecke zu Fuß zurück. Um den Asphalt zu kühlen, führte das Hareket-Team eigens einen vorlaufenden Wasseranhänger mit gekühltem Wasser mit. Damit wurde stets der Straßenbelag eingesprüht.

Im letzten Streckenabschnitt, dem 40 km langen Bergstück, ging es besonders langsam voran. Hier mussten nicht nur 12 % Steigung und enge Serpentinen bewältigt, sondern auch auf zwei Kilometern die Straße verbreitert werden, um die engen Kurven in 1.500 m Höhe bewältigen zu können.

Am Zielort angekommen, wurde der Gasdruckkessel zunächst auf Stahlstützen abgestellt und die Goldhofer-Selbstfahrer umkonfiguriert. Dabei wurde die Kombination auf zwei 6-achsige Selbstfahrer (1+1) umgebaut, um den Kessel anschließend zu positionieren.

„Dank des innovativen Transportequipments von Goldhofer hat wirklich alles reibungslos funktioniert und wir konnten den Gasdruckkessel 65 Tage nach Start des Transports in Manisa abliefern“, erklärte Samet Gürsut.

Für Stefan Fuchs, den Vorstandsvorsitzenden der Goldhofer Aktiengesellschaft, ist das Projekt eine weitere Referenz für die Zuverlässigkeit der Goldhofer-Qualitätsprodukte. „Egal, wie groß die Herausforderung auch sein mag: Auf ihre Goldhofer-Achsen können sich unsere Kunden verlassen. Gerade auch in Extremsituationen.“

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