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08. 2015

600-t-Scherenhubbrücke „G²│K 600“ meistert mit Bravour ihren ersten Einsatz

Auch wenn der zu transportierende Trafo nur die „Kleinigkeit“ von 261t gewogen hat: Die neue 600-t-Scherenhubbrücke „G²│K 600“, von der Goldhofer Aktiengesellschaft (Memmingen) als einer der weltweit führenden Hersteller von Spezialtransportfahrzeugen in Kooperation mit der Greiner GmbH (Neuenstein) konstruiert und Mitte Mai an die Kahl Schwerlast GmbH (Moers) übergeben, hat ihre erste Bewährungsprobe problemlos bestanden.

Bei dem Trafo (11,2 x 3,8 x4,4 m) handelt es sich um einen von Siemens in Nürnberg gebauten Transformator mit 300MVA, der zunächst per Binnenschiff zum Umschlagpunkt am Westfalenkraftwerk in Hamm transportiert und dann von dort aus auf der Straße Paderborn-Elsen zum dortigen TenneT-Umspannwerk gefahren wurde. Für die gut 80km lange Transportstrecke hatten die Schwerlastspezialisten aus Moers zwei Transportnächte einkalkuliert.

Nach dem Umschlag im RoRo-Verfahren mit einem 14-achsigen Goldhofer-Selbstfahrer, bei dem auf den kostenintensiven Einsatz von Kranen verzichtet werden konnte, mussten beim Trafo-Transport acht Kreisverkehre sowie eine 90-Grad-Abbiegung über einen Bahnübergang passiert werden. Aufgrund der hohen Wendigkeit – die Goldhofer Schwerlastmodule verfügen über einen Lenkeinschlag von 60° – sowie der außergewöhnlichen hydraulischen Fähigkeiten der Scherenhubbrücke stellte dies für das erfahrene Transportteam keinerlei Probleme dar. Lediglich Verkehrsschilder sowie teilweise Ampelanlagen mussten im Vorfeld für den Koloss mit einer Transportbreite von über 4,5 m ab- und anschließend wieder aufgebaut werden. Aufgrund ihres immensen Hydraulikhubs von 2.145 mm konnte die „G²│K 600“ einfach über bestehende Kreisverkehre angehoben werden.

So brachte der gesamte Zug- und Schubverband mit seinen 2x16 Achsen eine beachtliche Tonnage von 550 t auf die Straße, die bei einer Transportabmessung von 84 x 4,60 x 4,70m (LxBxH) eine Achslast von lediglich 15 t auf der Straße ergab und somit die behördlich geforderte Vorgabe erfüllte. „Ich freue mich sehr, dass unsere Scherenhubbrücke schon ihren ersten Einsatz hatte und diesen mit Bravour gemeistert hat“, kommentierte Stefan Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Goldhofer Aktiengesellschaft die Premierenfahrt der „G²│K 600“.

Was bei der Konstruktion der Scherenhubbrücke mit an erster Stelle gestanden hat, war die Optimierung des Verhältnisses von Eigengewicht zu Nutzlast sowie die neuartige Verteilung der Last auf die Achsen, wodurch eine Achslast von weniger als 12 t erreicht werden kann. Und das wiederum bedeutet, dass beim Transport extrem schwerer Güter wie Transformatoren, Generatoren, Motoren oder Turbinen mit der „G²│K 600“ Straßen oder Brücken weit weniger belastet und deshalb weniger Umwege in Kauf genommen werden müssen, welche die Transportzeiten erhöhen und zusätzliche Kosten verursachen.

Mit einer Leistung von 300MVA dient der Trafo zur Spannungsübersetzung von 380 kV auf 110 kV und somit zur Verknüpfung des Höchstspannungsnetzes mit dem Hochspannungsnetz. Dies ist vergleichbar mit einer Autobahnabfahrt, die Bundes- und Landesstraßen mit einer Autobahn verbindet, so TenneT. Rein rechnerisch können mit einem 300-MVA-Trafo rund 450.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

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