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„G²│K 600“ auf Rekordfahrt mit zwei 475 Tonnen schweren Transformatoren

Mit zwei Rekordfahrten hat die „G²│K 600“ der Kahl Schwerlast GmbH (Moers) einen weiteren Spezialauftrag bravourös gemeistert: Die von Goldhofer (Memmingen) in Kooperation mit Greiner konstruierte 600-t-Scherenhubbrücke transportierte zwei jeweils 475 Tonnen schwere Transformatoren über eine Strecke von knapp acht Kilometern. Dabei betrug das Gesamtzuggewicht je Fahrt rekordverdächtige 909 Tonnen.

Die beiden 685-MVA-Transformatoren, gebaut von General Electric im früheren Alstom-Werk im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt, mussten auf einer insgesamt 681 km langen Transportstrecke (Straße und Wasser) ins niedersächsische Dörpen transportiert werden. Dort erweitert der Netzbetreiber Tennet sein Umspannwerk, und dabei spielen diese beiden Trafos eine wichtige Rolle. Sie wandeln in dieser Konverterstation künftig Windstrom, der von der Konverterstation in der Nordsee über Gleichstromkabel nach Dörpen fließt, in Drehstrom um, der dann mit einer Spannung von 380 kV ins deutsche Stromnetz eingespeist wird.

Die Herausforderung an dem Transport war exakt jene 7,8 km lange Strecke zwischen dem Korschenbroicher Stadtteil Kleinenbroich und Kaarst, weil dabei fünf Brücken überquert werden mussten, darunter eine S-Bahnbrücke. „Ohne die G²│K 600 hätten wir dieses Projekt so nicht umsetzten können“, sagt Kahl-Mitarbeiter André Krause, der zusammen mit dem Gesamtprojektverantwortlichen Olaf Weltz für den reibungslosen Ablauf sorgte. „Das System G²│K 600 hat den Transport dieser zwei Transformatoren überhaupt erst möglich gemacht.“

Und genau für solche sehr speziellen Transport-Aufgaben haben Goldhofer und Greiner als zwei der weltweit führenden Hersteller von Spezialtransportfahrzeugen diese Scherenhubbrücke gebaut. Ist doch die G²│K 600 ein einzigartiges und maximal flexibles Transportsystem, das im wahrsten Sinne des Wortes in der Lage ist, Brücken zu überbrücken. So ist diese Spezialkonstruktion auf eine Konfiguration von bis zu 2x24 Achslinien und eine Lastaufnahme von bis zu 600 Tonnen ausgelegt.

Bei diesem Transport zeigte sich, wie effizient und individuell dieses Transportkonzept an das Ladegut angepasst werden kann, um einen Schwertransport dieses Ausmaßes trotz der Infrastrukturproblematik auf dem Teilstück sicher sowie zeit- und kostenoptimiert zu realisieren. Zunächst wurde jeder Transformator vom Werk in Rheydt über zwölf Kilometer mittels eines Schwerlastanhängers mit 20 Achsen nach Kleinenbroich gefahren, wo die Ladung mit einem 720-t-Hubgerüst passgenau auf die beiden im Lastgehänge der G²│K 600 angebrachten teleskopierbaren Lastträger abgelegt wurde. Da für die Überfahrten der fünf Brücken, darunter die über die S-Bahnlinie Neuss-Mönchengladbach, nur Achslasten von unter 20 Tonnen je Achslinie zulässig waren, konfigurierten die Schwerlastspezialisten aus Moers die G²│K 600 entsprechend dieser Vorgaben. So beliefen sich die Transportabmessungen auf 109,00 x 7,50 x 6,00 m (Länge x Breite x Höhe) bei insgesamt 2x22-Achsen sowie einer Zug- und einer Schubmaschine.

„Durch ein aufwendiges Brückenmonitoring wurden die Überfahrten mit Messsensoren vom TÜV überwacht“, so André Krause. „Diese Auflage der zuständigen Behörde galt es zu erfüllen, somit wurde sichergestellt, dass alle Brücken die Überfahrten ohne Schäden überstanden haben.“ Ein anderer großer Vorteil sei gewesen, dass man aufgrund der reduzierten Achslast Zeit einsparen konnte. „Bei der Überfahrt von vier der insgesamt fünf Brücken war eine Montage von Behelfsbrücken nicht nötig“, so Krause. Auch die Durchfahrung von zwei Kreuzungen mit einer 90-Grad-Abbiegung war für die G²│K 600 kein Hindernis – ebenso wie Straßenkuppen oder Leitplanken, beträgt der maximale Hub doch stolze 2145 mm.

Nach 7,8 km am Zielort Kaarst angekommen, wurde der 475 Tonnen schwere Transformator mit den Maßen 14,36 x 5.26 x 5.56 m (LxBxH) mit einem zweiten 720-t-Hubgerüst wieder auf den 20-achsigen Schwerlastanhänger umgeladen, „Und dann ging die ganze Prozedur noch einmal von vorne los“, so André Krause. Nach erfolgreicher Umladung der beiden Transformatoren, mussten diese noch den Weg bis zur Rhein-Natorampe in Düsseldorf-Lörick absolvieren. Dort wurden beide Trafos auf einen Ponton zum Weitertransport nach Dörpen verladen. Insgesamt waren elf Mitarbeiter der Kahl Schwerlast bei diesem Spezialauftrag sechs Tage im Einsatz.

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